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Insert Coin to Pay (2005)
 
Das Wiener Künstlerkollektiv ZugZwangZukunft setzt sich auf sehr witzige Art und Weise mit der Marktsituation seiner Zunft auseinander - zu sehen noch bis 12. Juni im Museumsquartier.


Wenn da nicht ordentlich Schotter reinkommt? Genau das sollte man seit 28. Mai nämlich in der im Museumsquartier beheimateten Ausstellung "Insert Coin" tun, um sie mit Fug und Recht genießen zu können:Münze(n) einwerfen. Dann kann und wird man sich an einer adaptierten Arkade-Spielkonsole einem in den Kunstkontext transformierten Zugang zum neoliberalen Markt am Beispiel einer Spielhölle stellen. Klingt alles tiefsinniger und komplexer als es ist, denn die meisten Exponate sind in ihrer Erfahrungswelt erfrischend simpel und durchaus plakativ. Es bedarf also keines fundierten Kunstverständnisses, um die Aussage der Künstler zu begreifen, sondern maximal eines gut gefüllten Geldbörsels.
Aber zur Ausstellung und den Exponaten selbst:Die Künstlergruppe ZugZwangZukunft hat acht typische Spielautomaten, wie wir sie wohl alle noch aus Spielelokalen und Landgasthöfen kennen, revitalisiert. Das grundsätzlich vertraute Interface und Handling erlaubt dem Besucher den umgänglichen Zugang zu den inkorporierten Arbeiten und die ironische Auseinandersetzung mit den Kunstwerken. Bei "Generator//a" werden architektonische Konstruktionen mit Fuß- und Fausthieben verändert, "Isocube" erlaubt das Navigieren durch dreidimensionale Ebenen von Campbell´s Soup mittels Joystick und bei "Biopong", der wahrscheinlich besten Installation der Ausstellung, wird das einst legendäre Pixel des Ur-"Pong" mit einem widerstands-, aber auch unzurechnungsfähigeren Spielball ersetzt, der einmal täglich gefüttert werden muß. (Besagter Biopixel wurde übrigens im Zuge einer Befreiungsaktion im Medien.Kunstlabor Graz seiner Aufgabe enthoben ...) Unbedingt spielen, ein gut investierter Euro! 

ZugZwangZukunft ist eine Wiener Künstlergruppe. Die Namen der einzelnen Künstler werden im Zusammenhang mit "Insert Coin" allerdings nicht genannt, um "möglichst vergleichbare Marktchancen zu erhalten, da der Konsument direkt, durch seine Nutzung, den Wert der einzelnen Exponate bestimmt" (Pressetext). Ein an sich hehres Ansinnen, wenn sich damit die Exponate der Ausstellung nicht genausowenig von herkömmlichen Arkade-Spielautomaten unterscheiden würden, die letztendlich auch nur durch den ökonomischen Mehrwert bewertet werden.
Trotzdem gelingt die Kritik am marktwirtschaftlich orientierten Kunstmarkt und der sozioökonomischen Situation der Künstler - sowie der Versuch, sich der "Diktatur der Wirtschaft, in die zunehmend auch die Kunstproduktion gerät" (F. E. Rakuschan in seiner Eröffnungsrede) zu entziehen, ganz ausgezeichnet. Am witzigsten und plakativsten gelingt dies übrigens im Exponat "Videogames". Hingehen, anschauen und den Aufforderungen Folge leisten! 

 

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Creatix Kommunikationsagentur Rumler Skrobar